Zielen statt vorsatzen

Zielen statt vorsatzen

Warum neue Vorsätze nicht reichen, um alte Gewohnheiten abzulegen

In der Rechtsprechung beschreibt ein Vorsatz das Wissen und Wollen der Verwirklichung eines Straftatbestands. Eine andere interessante Wortbedeutung von „Vorsatz“, die wir allzu oft übersehen, wenn wir unsere Mitmenschen zum Beginn eines Jahres nach deren „guten Vorsätzen“ fragen. Fragen wir damit aber nicht auch nach deren Wissen und Wollen? Die meisten Menschen, die die Hürde des Idealgewichts knapp reißen, wissen, dass es besser, gesünder und schöner wäre, wenn sie abnähmen. Und sie wissen auch, was dafür notwendig ist. Dafür haben die unzähligen Illustrierten, Gesundheitsratgeber und Ernährungspropheten schon gesorgt. An Wissen mangelt es nicht. Auch nicht am Wollen. „Ich will im nächsten Jahr abnehmen“, wird manch einer schon gehört oder sogar zu sich selbst gesagt haben. „Nach Weihnachten fange ich an. Ab Januar, ganz bestimmt.“ Ähnlich ist es mit Rauchen. Raucher wissen sehr genau, dass Rauchen ihrer Gesundheit schadet – auch ohne die Horrorbilder auf Zigarettenpackungen, die ihnen ihr kleines Glück vergällen sollen. Viele wollen auch gerne aufhören, schaffen es aber nicht, zumindest nicht ohne weiteres. Nein, an Wissen und Wollen mangelt es in der Regel nicht. Was also in der Rechtsprechung gilt, um einen Vorsatz zu konstatieren, reicht im täglichen Leben nicht, um die Vorsätze auch in die Tat umzusetzen. Hören Sie also auf mit Vorsätzen. Vorsätze, und seien sie noch so gut, bringen Sie nicht weiter. Hören Sie auf zu „vorsatzen“, zielen Sie endlich – auf das, was Sie wirklich wollen. Das Wissen haben Sie ja nachgewiesenermaßen schon.

Nur Ziele bringen Sie wirklich weiter – ganz konkrete, klare, definierte und messbare Ziele. Wo Vorsätze bloße Absichtserklärungen bleiben, ohne Strategie, ohne Handlungsplan, sind Ziele das genaue Gegenteil. Ein Ziel muss klar formuliert sein. Aus „Ab Januar fange ich an abzunehmen“ muss es als Ziel formuliert heißen „Bis Ende des nächsten Jahres oder früher beträgt mein Gewicht 88 Kilo“ eventuell ergänzt um das Zwischenziel „Am 28. Februar oder früher sind die ersten 7 Kilo locker und leicht runter“. Aus dem „Ich müsste abnehmen“ wird ein „Ich nehme ab“, ganz konkret, messbar, in einem definierten Zeitrahmen. Noch stärker wird das Ziel, wenn es attraktiv wird, vielleicht im Sinne eines Zusatznutzens. „Wenn ich 7 Kilo unten habe, dann passt meine Lieblingsjeans wieder. In der Jeans habe ich meinen Partner kennengelernt.“ Jetzt wird ein Bild daraus, verknüpft mit einer schönen Erinnerung. Das Wollen wird konkret, bekommt eine Anziehungskraft. Das alles fehlt beim guten Vorsatz. Ziele sind das einzig Wahre.

Fragen Sie also in Zukunft Ihre Mitmenschen lieber nach deren Zielen anstatt nach deren guten Vorsätzen. Fragen Sie auch ganz konkret nach, wie, bis wann und in welchen Teilschritten das Ziel erreicht werden soll – und warum das Ziel so attraktiv erscheint. Damit machen Sie Menschen ein Geschenk, regen zum Nachdenken an und stiften Nutzen. Sie geben ihnen die Chance, voran zu kommen mit ihren Vorhaben. Und noch etwas Gutes hat die Frage: Wer antwortet, steht unter einem gewissen Druck. Jetzt ist es öffentlich und für Sie als Fragenden nachvollziehbar. Es ist sozusagen raus – der erste Schritt, um nicht mehr ausweichen zu können. Der erste Schritt zur Umsetzung.

Alles Weitere ist dann Planung – und Durchhalten. Durchhalten ist das Schwierigste daran. Denn Erfolg kommt nicht von allein. Die täglichen Routinen, die lieben Gewohnheiten und die eigene Komfortzone gewinnen gerade im hektischen Januar schnell wieder die Oberhand. Wenn die ruhigen Tage im Ausnahmezustand vorbei sind, kommt der Alltag mit doppelter Wucht. Das sollten Sie in Ihren Plänen berücksichtigen. Selbst wenn die guten Vorsätze konkrete und messbare Ziele geworden sind, der Alltag dominiert unser Denken und Handeln. Bauen Sie also vor. Ihr Plan, Ihr Weg zum Ziel sollte alltagstauglich sein, den „Rütteltest“ bestehen. Wie schwierig das ist, weiß vor allem Ihr Innerer Schweinehund. Der handelt auch vorsätzlich. Er weiß, wie bequem Sie sind und wie Ihnen alte Gewohnheiten den Alltag leichter machen. Und er will, dass Sie Ihre Ziele nicht erreichen, dass alles so bleibt, wie es ist. Da ist er wieder, der Vorsatz aus der Rechtsprechung. Vorsätzlicher Schaden durch Unterlassen – im Falle des Inneren Schweinehunds noch nicht einmal justiziabel, aber trotzdem strafbewährt.

Für das kommende Jahr wünsche ich Ihnen alles Gute, die besten Ziele und Spaß daran, diese zu verwirklichen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie den inneren Schweinehund im Alltag überlisten – als Teil Ihres Plans, Ihres Weges zum Ziel. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie starke Bilder im Kopf haben, die Ihnen den Alltag versüßen. Gewonnen wird im Kopf – genossen auch.

Apropos gewinnen und genießen: Wenn Sie Hausmittel gegen Ihren Inneren Schweinhund haben möchten, Rezepte für starke Bilder im Kopf und einen Motivationskick gleich zum Start ins neue Jahr, dann lade ich Sie herzlich zu meinem Tagestraining „Gewonnen wird im Kopf“ am 16. Januar in Düsseldorf ein.

Mehr Infos und Anmeldung finden Sie in Dirk Schmidts Online-Shop.

Herzlich grüßt

Ihr

Dirk Schmidt

Dirk Schmidt

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