Wer die Zahl hat hat die Qual

Wer die Zahl hat, hat die Qual

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Warum es manchmal besser ist, Fünfe gerade sein zu lassen

Wenn es um Zahlen geht, hört für viele Menschen der Spaß auf. Für Unternehmensberater fängt hier der Spaß erst an. Richtig?

Schwarze Zahlen sind besser als rote Zahlen. Da sind wir uns einig, denke ich. Ansonsten kann ich Ihnen in Sachen Betriebswirtschaft nichts vormachen. Das will ich auch nicht. Ich schaue lieber hinter die Zahlen, Formeln und Kurven. Mich interessiert Ihre Motivation. Die Ziele und Gedanken, die Sie antreiben.

Insofern bin ich sozusagen Unternehmensberater. Ich mache mit meinen Kunden Sport für den Kopf. Ich unterstütze Sie dabei, die kleinen Schalterchen im Hirn umzulegen, wenn ihre Leistungskurve eine kleine Delle haben sollte. Ich zeige ihnen Wege, damit ihre Performance langfristig effektiv bleibt.

Im Grunde haben Sie ähnliche Aufgabenstellungen wie ich. Ihre Kunden haben ebenfalls den Wunsch nach Optimierung. Bei Ihnen heißt es dann z.B. Change-Process. Ich nenne es „Gewonnen wird im Kopf“.

Sie analysieren z.B. Arbeitsabläufe und zu Kostenfaktoren. Ich beschäftige mich mit Denkstrukturen und Motivationsfaktoren. Meistens geht es um Überbleibsel aus der Vergangenheit. Sie hören: „Wir haben das doch schon immer so gemacht“. Ich höre: „Das habe ich doch schon immer so gedacht“. Und wie geht es dann weiter im Change process? Was nicht nützt, muss weg! Richtig?

Nun kommen wir zum Unterschied zwischen Ihrer und meiner Arbeit: Bei Ihnen sind viele Menschen an Arbeitsabläufen beteiligt. Z.B. in der Automobilbranche von der Entwicklung des Fahrzeugs bis zum Kauf durch den Kunden. Forschung, Einkauf, Produktion, Marketing, Verkauf, Marketing, Controlling. All diese Bereiche müssen möglichst perfekt zusammen agieren. Nur dann ist die Organisationsstruktur bzw. der Change process erfolgreich.

Als Mentaltrainer habe ich es da etwas einfacher. Ich arbeite vorwiegend mit einzelnen Menschen oder in Seminaren auch mit Gruppen. Komplizierte Interaktionsprozesse sind hier weniger relevant. Es geht vielmehr um das WIE anstatt um das WAS. Z.B. wie kann ich das Denken verändern, um das Ziel zu erreichen? Wie kann ich dafür unnütze Denkmuster in nützliche Handlungsmuster verwandeln? Wie motiviere ich mich jeden Tag aufs Neue?

Was ist einer der Hauptfaktoren für eine hohe Motivation? Was glauben Sie? Ist es die Perfektion? Nein, Perfektion lähmt. Das Gegenteil ist der Fall. Die Lust am Unperfekten ist es. Der Mut zu kleinen Schritten. Die Einstellung, dass ich nicht alles von 0 auf 100 kann (damit wären wir wieder bei den Zahlen).

Deshalb stellen Sie doch zwischendurch mal wieder auf 0. Nein, nicht Ihr komplettes Leben. Aber schalten Sie Ihren Rechner auch mal ab. Damit meine ich auch den Rechner in Ihrem Kopf. Leeren Sie Ihren Cache. Z.B. mit Sport oder Meditation. Oder lassen Sie doch mal die sprichwörtliche Fünf tatsächlich gerade sein. Laden Sie z.B. spontan fünf Freunde zum Essen ein, weil Sie jetzt gerade Lust darauf haben. Am besten welche, die nichts mit Ihren Beruf zu tun haben. Vielleicht wird das Essen nicht perfekt werden. Aber für Ihr Denken und für Ihre Motivation wird dieses Erlebnis unbezahlbar sein. Garantiert.

Übrigens, natürlich ist Perfektion erstrebenswert. Nur ist sie eben nicht plötzlich da. Sie entsteht erst mit der Zeit. Schritt für Schritt. Oder auch Biss für Biss.

Falls Sie sich näher für das Zusammenspiel aus Motivation und Perfektion interessieren, lassen Sie es mich gerne wissen.

So oder so wünsche ich Ihnen guten Appetit!

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