Fachidioten Blog DIrk Schmidt

Der Fachidiot schlägt den Kunden tot!

Geschichten aus dem wahren Leben – der Motivationstrainer Dirk Schmidt erzählt:

Samstag. Mercedes Niederlassung Düsseldorf. Ich stehe in der Ausstellungshalle und will mich nach einem neuen Fahrzeug umsehen. Eins gefällt mir besonders. Ich warte. Fünfzehn Minuten. Alles muss man selber machen, also spreche ich einen Verkäufer an und frage freundlich, ob er Zeit hat. Nein. Aber er würde mir einen Kollegen schicken.

Der kam dann relativ zeitnah. Begrüßung mit Handschlag und Namen. Kein Lächeln.

Ich eröffnete das Gespräch mit: „Ich hätte da zwei Fragen zu dem Modell hier…“ Noch bevor ich meine Fragen stellen konnte, plätscherte ein zehnminütiger Verkaufsmonolog über mich herein, voll gepackt mit Informationen und Details, die ich gar nicht wissen wollte.

Ja ja – das liebe, liebe Fachwissen. Jetzt wusste ich zumindest eines: der Mann ist kompetent!
Um ihn zu stoppen, brachte ich mein volles Fachwissen über Körpersprache, Mimik und Gestik zum Einsatz. Wirkungslos. Dabei wollte ich doch nur wissen welche Dieselmotoren für das Modell lieferbar sind.

Wäre ich auch so ein Mensch, der sein Fachwissen gern anderen aufdrückt, hätt’ ich den Typen persönlich zu einem meiner Vorträge eingeladen. Dem fehlte genau das, was ich bei meinen Vorträgen und Seminaren immer, immer und immer „predige“! Eine Frage reicht: „Lieber Kunde was ist Ihnen wichtig?“ Eine Frage mehr nicht. Begegnet man dem Kunden freundlich, mit einem Lächeln und stellt sich auf seine statt die eigenen Bedürfnisse ein, verläuft das Gespräch auch positiv.

Aber scheinbar geht es dem Mercedes-Konzern, trotz Krise und Kurzarbeit immer noch so gut, dass die Verkäufer es nicht nötig haben, mal was dazu zu lernen und ihre Verkaufstaktik zu überdenken.

Als mein persönlicher Fachidiot endlich mal Luft holte, hatte ich die Chance das Gespräch abzuwürgen und genervt die Flucht zu ergreifen.

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