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Das Geheimnis für Deinen Erfolg! Interview mit Steffen Kirchner Teil I

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Podcast Folge #13

Das Geheimnis für Deinen Erfolg! Interview mit Steffen Kirchner Teil I

 

Herzlichen Willkommen zum Podcast: Impulse für Deine Motivation.

 

Mein Name ist Dirk Schmidt und ich hatte gerade einen super inspirierendes Gespräch mit Steffen Kirchner. Steffen ist seit 2008 selbständiger Vortragsredner, Motivationstrainer und Buchautor und außerdem begleitet er als Coach Leistungssportler auf ihrem Weg.

Das Interview hat wirklich Spaß gemacht und Du kannst für Dich eine Menge für Deinen Alltag mitnehmen.

In diesem Podcast erfährst Du das Geheimnis für Deinen Erfolg und wie Fabian Hanbüchen bei den Olympischen Spielen in London sich für den Wettkampf mental eingestimmt hat. Weiterhin bekommst du viele alltagstaugliche Tipps für mehr Rückenwind in Deinem Leben und ich finde das Interview ist sehr cool geworden.

Da das Interview so viel Inhalt und Mehrwert für Dich bietet, habe ich mich entschlossen zwei Teile daraus zu machen. Klar freue ich mich auch über ein Feedback von Dir!

Hinterlasse mir eine 5-Sterne Bewertung bei iTunes für diesen Podcast.

Ich danke Dir und wünsche Dir ganz viel Spaß beim ersten Teil!

Lieben Gruß

Dein Dirk

Dirk: Ich freue mich ganz besonders, dass ich heute bei Steffen Kirchner bin. Vielen Dank für die Einladung. Wie ist Deine Berufsbezeichnung? Ich hab ein bisschen gegoogelt und Motivationstrainer und Mentalcoach gefunden.

Steffen: Ja, es kommt immer darauf an mit wem ich spreche tatsächlich. Wenn ich mit einem Profisportler spreche bin ich eher der Mentalcoach oder Persönlichkeitstrainer, weil das mentale ja ein Teil der Persönlichkeit ist. Wenn wir im Firmen-Kontext sprechen, bin ich wahrscheinlich oft der Motivationscoach. Motivationstrainer bin ich eigentlich nie, weil ich finde Motivation kann man nicht trainieren. Man kann es sich also aussuchen.

Dirk: Und was bist Du heute?

Steffen (lacht): Heute bin ich einfach Dein Interviewgast und je nachdem über was Du sprechen magst, bin ich mal der Motivations- und Persönlichkeits-Experte.  

Dirk: Und der Mensch Steffen Kirchner, wo lebst Du? Wo sind wir hier? Ich habe zum Glück ein Navi. Landshut kannte ich noch, aber dann wurde es sehr ländlich.

Steffen (lacht): Ja, wir sind hier ist ganz schön viel Gegend, heißt es immer so schön. Wir sind hier in Vilsbiburg, eine nicht zu unterschätzende Stadt mit einer langen Sport Tradition. Ehemaliger Tennis Bundesliga Standort, auch wenn das schon ein paar Jahrzehnte her ist. Aber immerhin aktueller Volleyball Bundesliga Standort der Frauenmannschaft mit dem deutschen Meistertitel. Das ist meine Heimatstadt und hier habe ich ein zweites Büro, das Hauptbüro meiner Firma ist aber in München.  

Dirk: Wie lange machst Du das schon?

Steffen: Mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftige ich mich eigentlich schon seit ich 15 oder 16 Jahre bin. Da war ich im Tennis Leistungssport aktiv und bin in den Profisport gegangen und hatte immer Trainer aus Polen oder Ungarn. Die haben ihre eigene Arbeitsmentalität und eine eigene Philosophie und es hieß immer, wenn Du schlecht spielst musst Du eben mehr trainieren. Manchmal ist das auch richtig, bis zu einem gewissen Grad. Da habe ich für mich festgestellt, das ist nicht die komplette Antwort. So habe ich mich mit dem Thema damals beschäftigt und für mich erkannt, es funktioniert anders. Ich habe dann neben der Tenniskarriere Sportmanagement studiert und war dann im Management tätig und habe da meine Liebe zum Thema entdeckt. Und das ich es gut vermitteln kann. Der Sprung ins kalte Wasser als Keynote-Speaker und Vortragsredners und Coaches kam Ende 2008 und 2009 war mein erstes Jahr als Profi und habe direkt im ersten Jahr 50.000 EUR Minus gemacht.

Dirk: Oh, das war also vor 10 Jahren. Dann erst Mal Glückwunsch zu diesem Jubiläum.  

Steffen: Danke, ja stimmt dieses Jahr ist ein Jubiläum. Die ersten zwei Jahre damals waren ein dickes Minus, das war aber keine Überraschung so dass ich am Ende des Jahres auf die Betriebswirtschaftliche Auswertung geschaut habe und überrascht war. Das war schon ein kalkuliertes Minus. Aber ich glaube immer wenn Du ein Business startest, musst Du die ersten zwei oder drei Jahre einfach investieren. Das ist ein ganz entscheidender Punkt, egal ob bei Sportlern oder Unternehmern, warum die meisten nicht erfolgreich werden. Der Preis für das, was Du im Leben willst, ist immer im Vorfeld zu bezahlen. Die meisten möchten nur ein bisschen was bezahlen und möchten gleich das Ergebnis auch dafür zurück haben. So funktioniert aus meiner Sicht beruflicher Erfolg nicht. Du musst erst bezahlen und das oft über Jahre und heute habe ich einen tollen Job, wo ich am Tag mal 6.000 bis 7.000 EUR verdiene. Da sagen natürlich viele, wow, das hätte ich auch gerne. Aber die letzten 8-9 meiner Jahre hättest Du nicht gerne gehabt. Diese Verantwortung und die Bereitschaft zu investieren, nicht nur Geld und das Risiko sondern auch Dein Leben danach auszurichten. Das ist etwas was die meisten nicht investieren wollen.  

Dirk: Das kann ich gut nachvollziehen. Ich habe mich 2003 selbständig gemacht und war natürlich beseelt von dem Gedanken, jetzt bin ich da! Wir haben damals natürlich akquiriert und haben 600 Adressen gekauft und haben die Firmen alle angerufen. Richtige Kalt-Akquise. Wenn Du 600 Male kalt telefonierst, gibt’s sehr viele Nein’s. Entweder bist Du von Deiner Idee so überzeugt und intrinsisch motiviert, dass zu tun, oder Du kannst mit diesen Nein’s nicht umgehen. Wenn Du 500 oder 580 Nein’s bekommst, nein, wir brauchen keinen Trainer. Das hat bei mir 2,3 Jahre gedauert bis es dann lief. Es gabe viele Moment, wo ich zu mir gesagt, komm geh‘ nochmal zurück ins Angestelltenverhältnis. Ich hatte zuvor als Geschäftsführer viel Geld verdient, war aber todunglücklich. Ich muss sagen, ich habe immer den Glauben und diesen Funken gehabt, dass es doch funktioniert. Und kurz vorm Aufgeben, kamen mir dann Dinge zugeflogen. Ich glaube ja nicht an Zufälle, aber vielleicht hätten viele andere in meiner Situation schon früher aufgegeben weil sie diese Geduld und dieses konsequentes Warten nicht durchgehalten hätten. Viele wollen heute ja den schnellen Erfolg, aber tun nichts dafür.

Steffen: Ja, ich werde das auch oft gefragt. Was ist der Schlüssel, dass ich schneller erfolgreich bin? Was ist das Geheimnis? Ich sage immer, es gibt kein Geheimnis. Wer die Abkürzung zum Erfolg sucht, wird vielleicht auf eine scheinbare Abkürzung stoßen, aber zum Erfolg kannst Du Dich nicht beamen. Das ist eher wie eine Wendeltreppe. Du musst jedes Stockwerk gehen. Manchmal gibt’s Lebensbereich, wo Du von Heute auf Morgen sehr schnell nach oben kommst. Gerade beim Thema Geld, da bekommt man vielleicht mal eine Erbschaft oder haben tatsächlich eine Marktlücke entdeckt oder der klassische Lottogewinn. Auf einmal wächst eben das Bankkonto extrem schnell. Das Level Deiner Persönlichkeitsentwicklung definiert über Kurz oder Lang das Level Deiner Lebensentwicklung. Auf dieser Ebene werden sich die äußeren Rahmenbedingungen wieder einpendeln.

Dirk: Bei mir war der Weg zum Erfolg keine Wendeltreppe, Steffen. Bei mir war das eine Wellenbewegung. Die ging immer mal nach oben und wenn ich oben war, ging’s immer wieder bergab.  

Steffen (lacht): Ja, eher eine seitliche Wendeltreppe.

Dirk: Ja, ich habe sehr viele Niederlagen und Herausforderungen zu meistern gehabt. Früher habe ich noch Probleme gesagt, da hast Du das eine gelöst und schon kam das nächste. Da habe ich mich gefragt, ob dass das Richtige ist. Heute weiß ich, dass das Wegweiser waren. Im Alphabet steht die Arbeit vor dem Erfolg. Das unterschätzen viele. Du brauchst einen Glauben an Dich und Deine Idee. Natürlich musst Du auch was können. Dieser eiserne Wille, da dran zu bleiben. Das war ein Schlüssel. War das bei Dir auch so?

Steffen: Ja, absolut. Der eiserne Wille und Disziplin müssen sein. Aber Disziplin ist kein Selbstzweck. Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke – ich komme gerade zurück von einem Vortrag für 700 Schüler und denen habe ich meine Zeugnisse gezeigt – meine Zeugnisse sind durchgängig eine Katastrophe. Nicht nur von den Noten, sondern auch die Bewertung, was meine Lehrer über mich geschrieben haben. Da kam sehr oft das Wort Disziplin vor, nur mit dem Anhang -losigkeit oder mangelnde Disziplin. Dafür habe ich gestanden. Vor ein paar Jahren war ich mal bei einem Klassentreffen und wir haben uns wirklich schon lange nicht mehr gesehen, und dann standen wir so im Kreis und es erzählt jeder, was er so gemacht hat die letzten Jahre. Ja, viele haben mich dann mal im Fernsehen gesehen und das mitbekommen. Und da kommt dann immer die Frage: Wie hast Du das alles so schnell hingekriegt und wie ist das so schnell gewachsen. Bevor  ich antworten konnte, hat eine gute Freundin geantwortet, die öfter noch mit mir in Kontakt ist und gesagt, der Steffen ist einfach wahnsinnig diszipliniert. Das fand ich natürlich sehr interessant, auch das meine Lehrer das 12 Jahre nicht mitgekriegt haben. Der Punkt ist aber, ich bin heute so diszipliniert, weil ich meine Inspiration gefunden habe. Ich wusste früher nicht, warum gehe ich in die Schule? Rational war mir der Grund zwar bewusst, weil irgendwann musste ich mir meine Schokolade ja selber kaufen. Das war aber nicht die Antwort auf die Frage.

Dirk: Ja, da war mehr dieser Druck von außen, Du musst in die Schule gehen, um das kaufen zu können.

Steffen: Genau, aber ich hatte keine eigene Vorstellung davon, wo das hingehen soll. Seitdem ich die für mich entwickelt habe, habe ich diesen eisernen Willen und diese Willensstärke entwickelt. Davor war das nur ein sehr verkümmerter mentaler Muskel. Den hat man nicht einfach so, der eiserne Wille braucht einen Grund. So wie Du auf die Welt kommst, da hast Du auch nicht von Geburt an einen mega Bizeps. Der Körper aktiviert ja nur dann Muskulatur oder behält sie, wenn er sie braucht. Warum soll ich also einen eisernen Willen haben, wenn ich keinen Grund für dessen Einsatz habe.

Dirk: Absolut! Oliver Kahn hat mal gesagt, Du kannst Deinen Willen trainieren wie einen Muskel. Es dauert nur viel länger.

Steffen: Ja, das stimmt! Es gibt einfach eine mentale Muskulatur generell. Da gibt’s verschiedene mentale Muskeln wie auch Körperliche: Disziplin, Willensstärke, Widerstandsfähigkeit, Konzentration oder Fokussierung. Was die meisten Leute eben nicht verstehen, dass man diesen Muskel nicht nur durch Meditieren, Bücher lesen oder Seminare besuchen nicht einfach so stärken kann. Das Potential dafür wächst und ich bemerke erst Mal, aha, da gibt’s einen Muskel. Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Trainieren heißt, dass ich in den Schmerz punktuell rein gehe und durch Belastung und Erholung davon lerne. Nur so funktioniert’s.  

Dirk: Ich glaube, Schmerz ist ein guter Antreiber für uns Menschen. Wenn die Betriebstemperatur hoch genug ist und der Druck da ist, kommen viele erst ins Handeln. Wie ist da Deine Erfahrung.

Steffen: Die spannende Frage ist, wie erfolgreiche Menschen Schmerz definieren. Ich kann gerne mal von einem Schlüsselerlebnis erzählen: Ich durfte mit Fabian Hanbüchen arbeiten, 2012 für die Olympischen Spiele in London mit den deutschen Turnern. Fabian ist damals gefragt worden, sind sie nicht nervös, das ist vielleicht ihre letzte Olympiade, denn damals wusste man noch nicht, dass er bis 2016 weiter macht. Und jetzt endlich mal die Goldmedaille holen, haben sie da nicht totale Angst und spüren einen riesigen Druck? Das sagt Fabian, nö, ich habe eine riesige Vorfreude und bin mega gespannt drauf, es kribbelt in mir und ich bin total aufgeregt. Er sprach immer von dieser Aufregung.

Das fand ich sehr interessant, denn wenn Du richtig Angst hast, was sind die körperlichen Merkmale: Du hast einen erhöhten Puls, Herzschlag, hast schwitzige Hände und es kribbelt im Bauch. Die Knie schlottern vielleicht noch, das sind die körperliche Merkmale der Angst. Jetzt übertrag das mal auf das was Fabian gesagt hat. Was sind die körperlichen Merkmale von Aufgeregtheit: Du hast einen erhöhten Puls, das Herz schlägt schneller, Du hast schwitzige Hände und ein Bauchkribbeln. Im Endeffekt hatte er Angst, aber er hat es positiv umgedeutet. Die Freiheit des Lebens besteht ja nicht darin, immer entscheiden zu können, was Dir passiert und was Du fühlst. Sondern die Freiheit besteht in der Entscheidung, wie Du das bewertest. Und das habe ich von ihm gelernt, er ist ein Meister des Re-Framings, ein Meister der Umdeutung und somit konnte er damit besser umgehen.

Dirk: Er hat einen negativen Glaubenssatz in etwas Positives für sich formuliert und hat seinen Nutzen daraus gezogen.

Steffen: Genau. Es gibt diesen berühmten Unterschied zwischen Disstress und Eustress. Das sind die zwei Stressarten, der positive und negative Stress. Was die meisten Leute nicht verstehen ist, dass ich das entscheide. Ob ein Eustress ein guter oder ein schlechter Stress ist, ist schon zu großen Teilen von meiner eigenen Bewertung abhängig. Zwei Menschen haben in einem Unternehmen den gleichen Job, den gleichen Chef und die gleichen Probleme. Der eine sagt, ich gehe daran kaputt und der andere wird dadurch besser. Das hat sehr viel mit mir selbst zu tun.

Dirk: Immer, ich glaube, es hat alles mit uns zu tun. Wie wir die Dinge wahrnehmen. Oftmals entscheiden wir nicht bewusst, sondern ein unbewusster Teil von uns reagiert und entscheidet. Wir suchen dann rationale Gründe, warum wir uns so entschieden haben. Das machen viele Menschen. Wenn Du den Steffen heute noch mal treffen würdest und Steffen wäre 20 Jahre alt, mit Deiner Erfahrung von heute, welche 3 Dinge würdest Du ihm mit auf den Weg geben?

Steffen: Das erste, geh ins Network-Marketing. Das wird jetzt viele überraschen, weil viele sagen Oh, mein Gott! (lacht) Ich sage Dir auch den Grund: Geh ins Network-Marketing, weil Du extrem schüchtern bist. Ich würde dem 20ig jährigen Steffen sagen, Du lernen Deine Angst vor anderen Menschen zu sprechen und mit ihnen Kontakt aufzunehmen überwinden. Das habe ich sehr langsam gelernt. Das hätte deutlich schneller und früher lernen können. Das Network-Marketing – auch wenn ich das bis heute nicht bin, finde ich dieses Business sehr interessant – ist ein Trainingslager um diese Persönlichkeitsschwäche zu trainieren.  

Der zweite Punkt, ich würde dem Steffen sagen, lerne verkaufen! Du hast zwar negative Glaubenssätze in Deinem Kopf zum Thema Verkauf und der 20ig jährige Steffen glaubt, er ist kein Verkäufer, wird kein Verkäufer und muss nicht verkaufen. Völliger Quatsch! Du bist immer Verkäufer, auf der Bühne, in der Ehe oder als Mama und Papa. Du bist immer ein Verkäufer im Leben.

Dirk: Immer! Egal ob aktiv oder passiv, Du verkaufst Dich ständig. Auch wenn’s Deine Persönlichkeit ist.  

Steffen: Genau, Du verkaufst Deine Persönlichkeit, Deine Meinung oder Idee. Das muss man lernen, denn Verkaufen wie Reden ist ein Handwerk. Da brauche ich Know-How, Praxis und ein anderes Mindset dazu. Es gibt ein unglaublich schlechtes Bild über Verkaufen, zumindest in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. In anderen Kulturen habe ich das Gefühl, ist es anders.  

Dirk: Ist bei uns negativ belegt.

Steffen: Ja, und davon müssen wir weg kommen. In der Zukunft wird das Thema Verkaufen durch die dramatische Veränderung in der Arbeitswelt noch viel wichtiger. Die meisten Leute können nicht gut verkaufen, weil sie früher immer einen sicheren Job hatten. Diese Sicherheiten werden in unserer Gesellschaft immer weniger. Das, was wir als Sicherheiten früher definiert haben.  

Also, Network-Marketing, lerne verkaufen und das dritte wäre, trau Dich früher große Risiken einzugehen.  

Dirk: Was bedeutet das? Das versteht der Steffen mit 20 Jahren nicht.

Steffen: Der 20ig jährige Steffen spielt nur das Spiel, das er kennt. Er versucht in einer Sache, die er schon kann immer besser zu werden und er traut sich nicht, in Bereiche rein zu gehen, wo er ein kompletter Anfänger ist. Vor circa 10 Jahren, am Anfang meiner Karriere, war meine größte Angst vor Menschen zu sprechen. Ich glaube, das geht vielen so. Ich habe so lange versucht,  Fach-Know-How aufzubauen. Noch eine Ausbildung, noch eine Weiterbildung – ich habe so eine Art Perfektionismus betrieben. Und Perfektionismus ist in Wahrheit eine Ausrede dafür, dass ich nicht ins Handeln komme, wo ich ins Handeln kommen müsste.

Dirk: Perfektionismus lähmt.

Steffen: Der lähmt total, denn er hält Dich davon ab, das zu tun was Du tun musst. Manchmal ist das was Du tun musst, nicht das, was sich gut anfühlt. Ich sage immer, wenn Du rüber gehst zum Kühlschrank und einen leckeren Schokokuchen isst, dann fühlt sich das super an, ist aber nicht unbedingt gut. Wenn Du am nächsten Tag zum Zahnarzt gehst, dann fühlt sich das nicht gut an, ist aber ziemlich gut. Dieses Risiko einzugehen, auch Scheitern zu können, Dinge nicht zu können und Anfänger zu sein, sich Blamieren zu können, Fehler zu machen – das bin ich im Verhältnis zu wenig eingegangen, wie ich es hätte machen können.

Dirk: War der Schmerz nicht groß genug oder ging’s Dir zu gut?

Steffen: Das ist eine gute Frage. Ja, ich bin aufgewachsen als Einzelkind, meine Mama hatte vor mir drei Fehlgeburten und dementsprechend hatte sie eine große Angst um ihr Kind. So war ich immer in einer Hülle eingepackt und wurde über Problemberge gehievt. Dadurch hatte ich diese mentale Muskulatur und diese Härte nicht ursprünglich. Das habe ich später im Leben mit aller Härte durchs Leben gelernt. Dann kam auch erst dieses kriegerische Potential, nicht gegen jemanden, sondern für mich. Für die Sache. Ich will ja immer für etwas und gegen jemanden kämpfen. Das hatte ich schon in mir, das musste aber erst freigelegt werden.

Dirk: Das war gut gemeint von Deinen Eltern, aber kontraproduktiv für Dich, oder?

Steffen: Ja, das kommt aus der Liebe heraus, sie haben das großartig gemacht und ich habe absolut Glück gehabt mit meinen Eltern. Ich glaube, dass es wichtig, dass Du Deinem Kind kein Problem weg nimmst, das es auch selbst lösen kann. Das ist sehr wichtig. Mir wurden aus Liebe und Fürsorge viele Probleme weg genommen, wo es eigentlich besser gewesen wäre, mich damit zu konfrontieren und mich das Problem selber lösen zu lassen. Das hat mich Schwach gemacht. Wo soll denn Selbstvertrauen herkommen? Es kommt aus der Selbstwirksamkeitserfahrung. Die Erfahrung, dass Du selber Wirkung erzielen kannst, das Du selber Probleme lösen kannst. Das ist die stärkste Erfahrung im Leben.

Dirk: Ich habe in meinen Niederlagen und wenn’s nicht gut gelaufen ist, immer mehr gelernt für mich, wie wenn’s gut gelaufen ist. Das ist auch eine Frage, wie gehst Du mit dem Scheitern um. Siehst Du das persönlich oder ist es eine Lernaufgabe. Vielleicht die Gedanken und die Einstellung zu ändern. Wo wärst Du heute, wenn Du das mit 20 gewusst hättest?

Steffen (lacht): Das ist eine echt gute Frage, das habe ich mir nie überlegt. Naheliegend wäre zu sagen, dann wäre ich ganz woanders! Dann hätte ich auf dem Bankkonto noch eine 0 mehr, natürlich auf der richtigen Seite. Bestimmt wären manche Dinge noch schneller gegangen. Auf der anderen Seite ist die Frage, ob Du viele Aufgaben die Du jetzt bekommen hast, sonst nicht bekommen hätte, die haben sich ergeben haben. Zum Schluss ist es wahrscheinlich nicht zu beantworten. In der Persönlichkeitsentwicklung von mir selber, wäre ich wahrscheinlich schneller und weiter gekommen. Ob sich das im äußeren Erfolg, also Seminarteilnehmer oder auf dem Bankkonto, noch positiver ausgedrückt hätte weiß ich nicht. Am Ende ist das aber egal, denn Du nimmst im Leben nur eins mit und das sind Erlebnisse. Du kannst im Leben ja eigentlich nichts verpassen. Das ist dieser Wahnsinn, den wir haben und versuchen alles immer früher und schneller zu machen und zu erreichen. Das ist der völlig falsche Gedanke. Du hast ja so oder so ein Erlebnis und auch wenn Du in jungen Jahren manche Sachen nicht lernst, musst Du später die Rechnung dafür bezahlen. Heißt, Du zahlst sowieso die Rechnung irgendwann. Jürgen Klopp hat mal zu mir gesagt, am Ende sollte das Leben eine Aneinanderreihung von möglichst vielen außergewöhnlichen Erlebnissen sein.  

Dirk: Und wenn’s geht positiv.

Steffen: Ja, aber auch die negativen sind total wichtig. In dem Moment wo ein Erlebnis passiert, kannst Du ja gar nicht wissen, ob es gut oder schlecht ist. Du weißt überhaupt nicht, ob ein Tag der beste oder beschissenste Deines Lebens wird. Das entscheidest Du danach, aufgrund dessen was passiert. Deswegen glaube ich, obwohl ich früher viele Fehlentscheidungen getroffen habe, im Nachgang habe ich dafür gesorgt, dass die Entscheidungen ein gutes Erlebnis wurden.  

Dirk: Du hast das Beste daraus gemacht.

Steffen: Ja, auf alle Fälle.

Das war der erste Teil des interessanten Interviews mit dem Coach Steffen Kirchner.

Weitere Informationen über Steffen und seine Arbeit findest du unter: https://www.steffenkirchner.de/

In diesem Podcast hast du unter Anderem erfahren, wie sich Fabian Hanbüchen bei den Olympischen Spielen in London auf seinen Wettkampf mental vorbereitet und eingestimmt hat.

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Falls Du ein Feedback hast oder wenn Du Fragen hast, schreibt mir eine E-Mail an: info@dirkschmidt.com

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Ich danke Dir!

Vielen lieben Dank, dass Du dabei warst und wir hören uns in der nächsten Folge wieder.

Dein Dirk


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