Dirk Schmidt | Magazin
Motivationstrainer: Die Macht der Konzentration
Der Torwart René Adler ist das beste Beispiel für die Kunst der radikalen Konzentration. Die Süddeutsche schreibt, er beherrscht diese Kunst so gut, dass er einem Spiel seinen Willen aufzwingen kann. In seinem Spiel kann man beobachten, dass er selbst nach dem Abpfiff in Kampfposition bleibt. Es gibt Diagnosen, Adler habe das Zeug zum Kahn. Womit dann bewiesen wäre, dass niemand einzigartig ist. Einzigartig wird jedoch der, der die radikale Konzentration beherrscht. Mit dem Anpfiff lässt ein guter Torwart den Ball nicht eine Sekunde aus den Augen. Adler steht für seinen Namen. Von ihm können wir lernen.
Ein Torwart hat keine Position an der Front im Team wie ein Stürmer oder Verteidiger. Er ist der Beschützer des wertvollsten Schatzes, den die Mannschaft hat. Wenn der Gegner stark ist, die Abwehr nicht reicht und die Feldspieler einen Moment die Kontrolle über den Spielball verlieren, liegt als entscheidende Instanz der letzte Zug an ihm. Im Einsatz lässt er den Ball keine Sekunde aus dem Blick, ist immer gefasst und bereit, blitzschnell zu reagieren. Denn Fußballspiele sind schnell. Schneller als andere Spiele im Leben. Das sind 100 Prozent geballte Konzentration. Adler kann sich so massiv auf seine Konzentration konzentrieren, dass es keine Möglichkeit mehr gibt aufgeregt zu sein, hektisch zu werden oder sich Gedanken zu machen, was schief gehen könnte. Er blendet alles aus, auch die eigene Mannschaft. So gibt es nur noch ihn als Akteur und den Ball. Kein Spiel.
Auch die Legende Oliver Kahn - der Mann ohne Angst - schätzt den furchtlosen Adler, der der DFB-Elf erfolgreich zur WM-Qualifikation verholfen hat. Scharfe Lobhymnen erntete der Hintergrundschütze am Spielabend nicht. So ist das im deutschen Fußball. Was die Welt gesehen hat, bedarf keiner Worte mehr. Ein weiterer Grund, sich an Adler ein Beispiel zu nehmen. Nicht viele Menschen sind in der Lage, mit wenig Anerkennung ihre Motivation zu halten. In den Medien tritt er mit der Bescheidenheit eines Gewinners auf und stellt sich selbst nicht in den Mittelpunkt. So kann man sicher sein, dass dieser junge Mann nicht nur die Macht der Konzentration beherrscht, sondern auch die Macht der Motivation und die Macht über seinen Kopf. Diese Mächte gewinnt er durch die Lektüre von Motivationsbüchern und Gespräche mit dem mannschaftseigenen Sportmentalcoach. Adler hat nicht nur die Wichtigkeit des mentalen Trainings begriffen, sondern sein persönliches Markenzeichen daraus gemacht. Da kann man zu Recht behaupten, es handelt sich um die optimale Nutzung vorhandener Ressourcen.
Wer mit Konzentrationsproblemen in Stresssituationen zu kämpfen hat, tut sich ein Gutes einfach mal raus auf den Fußballplatz zu gehen und die Rolle des Torwarts zu übernehmen. Denn Konzentration kann tatsächlich Spaß machen.
Experten-Statement
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